„Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen." Pilger verlassen ihr gewohntes Umfeld, ihren überschaubaren Alltag, um sich auf die Suche zu machen — nach Gott und nach sich selbst.
Schon Hieronymus betonte im 5. Jahrhundert, dass Gläubige die Bibel besser verstehen könnten, wenn sie die Orte der Heilsgeschichte mit eigenen Augen gesehen hätten. Jerusalem wurde so zum ersten Pilgerort der Christenheit. Daneben etablierten sich in Europa andere Orte — zum Beispiel Rom und Santiago de Compostela in Nordspanien.
Viele Reisende erhofften sich früher an den Gräbern von Heiligen und Märtyrern Wunder, Heilung von Krankheit oder die Vergebung ihrer Sünden.
Gerade in den vergangenen Jahren verzeichnen Wallfahrten und Pilgerreisen regen Zuspruch. Wie im Mittelalter sind die Motive verschieden: Verehrung der Heiligen steht neben der Suche nach einer sportlichen Herausforderung bzw. Abenteuerlust oder der Erweiterung des eigenen Horizontes.
Auch die Erinnerung an eine Pilgerreise ist enorm wichtig. Nicht zuletzt deshalb erwerben die Menschen Amulette, Reliquien, Andenkenbilder, »heiliges« Wasser. Die Berichte der Reisen, seien es mündliche Erzählungen, Bücher oder Gebete, haben häufig spätere Generationen inspiriert. Die stärkste Verbindung zwischen allen Pilgern besteht darin, dass ihnen ihre Reise und ihre Pilgerschaft neue Wege zum eigenen Ich öffnen.
Die Faszination einer Pilgerreise beweist: Keiner kommt so zurück, wie er weggefahren bzw. weggegangen ist. Er — oder sie — muss sich nur auf den Weg machen!
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